Kurzbeschreibung
Alpakka 0815 ist ein Musik- und Kunstprojekt zwischen Deutschrap, Pop und digitaler Poesie.
Ein flauschiges Alpaka rappt über Liebe, Selbstzweifel, Ruhm, Zugehörigkeit – und darüber, wie Menschlichkeit in einer algorithmischen Welt klingen kann.
Die Texte und die Musik entstehen mit Hilfe Künstlicher Intelligenz. Kuratiert wird das Projekt von Matthias Kuntzsch und Jochen Schönfeld, die KI nicht als Ersatz für Kreativität verstehen, sondern als künstlerisches Werkzeug. Die Frage dahinter: Was passiert, wenn eine Maschine Gefühle imitiert – und wir plötzlich beginnen, sie ernst zu nehmen?
Alpakka 0815 ist kein Gag. Es ist ein poetisches Experiment über Echtheit, Nähe und Sanftheit in einer Zeit der Überreizung.
Das Konzept
Alpakka 0815 verbindet Humor, Pop-Ästhetik und digitale Technologie zu einer neuen Erzählform.
Die KI generiert Texte und Musik, die anschließend kuratiert, kontextualisiert und als kohärentes künstlerisches Projekt veröffentlicht werden.
Dabei geht es nicht um Technik-Demonstration, sondern um eine inhaltliche Frage: Kann etwas, das aus einer Maschine stammt, trotzdem berühren?
Statt auf Ironie oder Provokation setzt Alpakka 0815 auf eine Haltung, die im heutigen Deutschrap ungewöhnlich ist: Sanftheit statt Zynismus, Verbindung statt Abgrenzung, Gefühl statt Pose.
Das Leitmotiv „Flausch“ steht für Weichheit, Verletzlichkeit, Offenheit und Akzeptanz – eine bewusst andere Haltung im Kontext von Deutschrap und digitaler Produktion. Wo andere Stärke inszenieren, erlaubt sich Alpakka 0815 Zärtlichkeit. Wo andere abgrenzen, sucht es Nähe.
Künstlerische Haltung
Alpakka 0815 versteht sich als postdigitales Kunstprojekt: Die Trennung zwischen Mensch und Maschine wird nicht negiert, sondern bewusst gestaltet. Die KI liefert Material – Bedeutung entsteht durch Auswahl, Kontext und Interpretation.
Inhaltlich entwickelt das Projekt eine klare Ethik:
- Selbsttreue statt Selbstverlust
- Menschlichkeit vor Abgrenzung
- Innere Verantwortung statt Dogma
- Liebe ohne Etiketten
Diese Haltung zieht sich durch humorvolle Songs ebenso wie durch die stilleren, persönlichen Stücke.
„Flausch ist kein Stil. Flausch ist Haltung.“
Debütalbum: Vom Stall zum Stern und zurück
Das Debütalbum ist bewusst als spielerische, kindliche Lern- und Selbstfindungsphase angelegt: eine moderne Parabel, in der ein Alpaka den Stall verlässt, Ruhm, Öffentlichkeit und Projektion erlebt – und nach dem Absturz tastend zu sich selbst zurückfindet.
Thematisch bewegt sich das Album zwischen Identität und Selbstverlust, Nähe und Öffentlichkeit, Ironie und Ernst sowie Technik und Gefühl.
Die Reise „vom Stall zum Stern“ ist weniger ein Manifest als ein Spiegel – eine Frage: Was bleibt von einem Ich, wenn alles zur Bühne wird?
Zentrale Songs
„Heuballen von Dresden“ / „Jung, lass Kronjuwelen holen“ / „Operation Flauschheist“
Humorvolle Satire-Trilogie über Gangster-Rap, Statussymbole und Medienlogik. Alpakka 0815 unterläuft klassische Machtfantasien: Keine Beute, kein Triumph – nur Erkenntnis, Selbstironie und Menschlichkeit.
„Flausch liebt Flausch“
Ein Liebeslied ohne Kategorien. Keine Labels, keine Schubladen, kein Marktwert: Liebe gilt dem Menschen – nicht der Form. Ein Manifest für Offenheit, Gleichwertigkeit und Echtheit jenseits von Trends und Identitätsposen.
„Zäune im Kopf“
Ein humanistischer Song über Grenzen, Zugehörigkeit und Herkunft. Nicht Mauern, Pässe oder Linien auf Karten trennen Menschen, sondern Angst, Stolz und alte Erzählungen. Der Song plädiert für Verbindung statt Abgrenzung – leise, nicht belehrend.
„Ich glaub’ an mich“
Ein persönlicher Song über innere Haltung. Nicht gegen Glauben gerichtet, sondern auf Autonomie bedacht: Orientierung kommt aus Gefühl, Erfahrung und Verantwortung – nicht aus Vorgaben von außen.
„Du warst nicht mein Zuhause“
Eine intime Selbstklärung über Liebe und Selbstverlust. Nicht als Vorwurf, sondern als Erkenntnis: Nähe darf nicht bedeuten, sich selbst aufzugeben. Der Song markiert die emotionale Tiefe des Projekts jenseits von Humor.
„Hurra, die Welt bleibt weich“
Ein bewusster Gegenentwurf zur Idee, dass erst Zerstörung zu Freiheit führt. Der Song fragt: Müssen Systeme erst brennen, damit wir menschlich sein können – oder beginnt Veränderung im Jetzt? Sanftheit erscheint hier nicht als Rückzug, sondern als bewusste Form von Widerstand.
KI als künstlerisches Werkzeug
Alpakka 0815 verschweigt seine technische Grundlage nicht – im Gegenteil. Die KI ist sichtbar Teil des Projekts und wirft Fragen nach Autorschaft, Originalität und Emotion auf.
Doch das Ziel ist nicht, den Menschen zu ersetzen. Die Maschine erzeugt Material – Bedeutung entsteht durch menschliche Auswahl, Kontext und Haltung. Es geht nicht um technische Demonstration, sondern um eine inhaltliche Frage: Was bedeutet Nähe, Echtheit und Gefühl in einer algorithmischen Welt?
Gerade im Spannungsfeld zwischen maschineller Produktion und menschlicher Interpretation entfaltet das Projekt seine eigentliche Kraft.
Einordnung
Alpakka 0815 bewegt sich zwischen Musik, Literatur, Satire und Medienkunst. Es ist zugleich Popprojekt und konzeptuelle Arbeit – zugänglich im Sound, reflektiert in der Aussage.
Statt Zynismus, Provokation oder Überhöhung setzt das Projekt auf etwas Seltenes: radikale Freundlichkeit.
Nicht als Pose, sondern als bewusste ästhetische und ethische Entscheidung.
Kurzfassung (für Redaktionen)
Alpakka 0815 ist ein postdigitales Musik- und Kunstprojekt zwischen Deutschrap, Pop und digitaler Poesie. Mithilfe von KI entstehen Songs, die von Menschen kuratiert und in einen klaren inhaltlichen Rahmen gesetzt werden. Statt Zynismus und Härte setzt das Projekt auf Sanftheit, Nähe und Menschlichkeit. „Flausch“ ist dabei kein Gag, sondern Haltung: Verbindung statt Abgrenzung, Gefühl statt Pose.